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Gebrüder Ihle Kartsport

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Der Kartsport,der in den USA seit 1956 als Sportart existiert und sich über England,

Italien und Deutschland nach und nach in ganz Europa etablierte,hat immer wieder skurrile

aber auch richtungweisende technische Lösungen in die Motorsportszene eingebracht -

erinnert sei nur an die profillosen Slickreifen.

Durch die rasante Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten ist er zu einem professionell betriebenen Zweig des Motorsports geworden,erkennbar an der Tatsache,das

mittlerweile die allermeisten der internationalen Spitzenfahrer ihre Wurzeln im Kartsport

haben-man denke nur an Namen wie Senna,Schumacher,Vettel,Hamilton,Rosberg,Hülkenberg usw.

Das erste Jahrzehnt des Kartsports in Deutschland wurde massgeblich von einem Namen geprägt


Die Firma Gebrüder Ihle in Bruchsal war ursprünglich ein Kleinserienhersteller von

individuellen Automobilkarosserien und später Hersteller von Autoscootern,Karussellen

und Komponenten für Schausteller-Fahrgeschäfte.

1960,im Jahr Null des deutschen Kartsports,gesellte sich eine weitere Sparte hinzu:

Der Bau von Gokart-Fahrgestellen.

Werner Ihle,der Sohn des Konstrukteurs Rudolf Ihle,wollte Gokart fahren!

Was lag also näher,als eigene Gokart-Chassis im Werk in Bruchsal zu bauen?


Von Anfang an zeichneten sich IHLE Karts durch perfekte Konstruktion und konsequente

Leichtbauweise aus - ein entscheidendes Kriterium der damaligen Zeit,waren doch die

Motoren der ersten Stunde noch keine reinrassigen Rennmotoren,sondern Derivate aus

Baumaschinen und Kettensägen mit eher bescheidener Leistungsausbeute.

Die Motoren der ersten Stunde waren Industriemotoren der Pinneberger Firma ILO und

die der Kettensägenhersteller STIHL und McCulloch.

Die Verwendung von Glasfaserverstärkten Kunststoffen,mit dessen Verarbeitung man sich

bei IHLE ja bestens auskannte,und Aluminium-Gussteilen führte zu einem sehr geringen

Eigengewicht des Gokarts.

Der Rohrrahmen aus vergütetem Spezialstahlrohr war ebenfalls extrem leicht - ein

RSL-Rahmen brachte es gerade mal auf sensationelle 5kg Eigengewicht!


Bereits 1960,im ersten Jahr des Kartsports in Deutschland,belegte der junge Werner Ihle

Platz 3 in der,noch inoffiziellen,deutschen Meisterschaft des GKCD (Go Kart Club von

Deutschland)auf dem eigenen IHLE Gokart mit ILO Motor - Beginn einer Fahrerkarriere,

die ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Kartfahrer überhaupt machte!

Auch Cousin Dieter Ihle war Teil des IHLE Werksteams und ebenfalls sehr erfolgreich.





















                               

                                     Deutsche Nationalmannschaft 1962-3.vr.Werner Ihle


1961 - Platz 2 in der GKCD-Meisterschaft auf IHLE/McCulloch (Werner)

1962 - GKCD Meister 100ccm Klasse und Vizemeister in der grossen 200ccm Klasse  (Werner)

       - Gewinner des ONS Pokals (Werner)


Ab 1963 Unterscheidung zwischen Serienmotoren(Sportklasse)und getunten Motoren(Rennklasse).


1963 - Platz 2 im Endlauf zur Europameisterschaft in Paris (Werner)

     - "Grosser Deutscher Gokart Preis" München: Gewinner in beiden Rennklassen (Werner)

       Dieter Ihle und Werner's Schwester Hannelore gewinnen jeweils eine Sportklasse

     - GKCD Meister in beiden Rennklassen (Werner)

     - GKCD Meister in beiden Sportklassen (Dieter)

     - Gewinner des ONS Pokals (Werner)

1964 - Platz 2 im Endlauf zur Europameisterschaft in Paris (Dieter)

     - "Grosser Deutscher Gokart Preis" Dortmund: 1.Platz (Dieter)

     - Gewinner ADAC Pokal 1964 (Werner)

     - Erster offizieller Deutscher Kartmeister wird Werner vor Dieter Ihle!

1965 - Vize-Weltmeister in Rom! (Werner)

     - Platz 2 im Endlauf zur Europameisterschaft in Paris (Dieter)

     - Deutscher Kartmeister (wieder Werner vor Dieter Ihle)

     - "Grosser Deutscher Gokart Preis" Dortmund: 2.Platz (Dieter)



















Deutsche Nationalmannschaft,Bergamo 1963-2.vl.Dieter-3.vl.Werner Ihle



IHLE ist mittlerweile Deutschlands führender Karthersteller.


1966 - 4.Platz bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen (Werner)

     - 3.Platz Deutsche Kartmeisterschaft (Dieter)

     - 5.Platz Deutsche Kartmeisterschaft (Werner)

     - Deutscher Kartmeister wurde Leopold Zwelbar auf Ihle!

     - "Grosser Deutscher Gokart Preis" Braunschweig: 1.Platz (Werner)

     - Gewinner ADAC Pokal 1966 (Werner)

1967 - Endlauf zur Weltmeisterschaft 1967 "Grand Prix von Monaco": 1.Platz!(Werner)

     - Platz 4 Deutsche Kartmeisterschaft (Werner)

     - Deutscher Kartmeister (Dieter)jedoch nicht mehr auf IHLE,sondern auf einem

       italienischen BIREL Chassis…



Am 4.Mai 1968 stirbt Rudolf Ihle.Der deutsche Gokart Sport verdankt ihm entscheidende Impulse.

Seine Fahrgestelle starteten mit grossen Erfolgen auf allen Rennstrecken Europas.



     










                 








  Im Fahrerlager-Werner Ihle Mitte,Rudolf Ihle rechts mit Mütze


1968 - Mannschaftseuropameister Deutschland mit Werner und Dieter Ihle im Team.





















     Werner Ihle-Siegerfoto                                                                                              Dieter Ihle



Am Ende der Saison 1968 erklärt Werner Ihle seinen Rücktritt vom Kartsport.


1969 bringt IHLE noch einmal eine verbesserte Version des Vorjahresmodells heraus -

am Ende des Jahres wird die Produktion des IHLE Gokarts eingestellt.


Auch Cousin Dieter macht eine Pause.

Bei seinem Comeback 1972 kann er den 1.Lauf zur Deutschen Kartmeisterschaft gewinnen.

Im Jahr 1977 wird er noch einmal Deutscher Kartmeister(mit 38 Jahren!)und

1978 dann Vize Europameister in der 125ccm Schalterklasse!

Dieter Ihle wechselt in die Superkart Klasse E250 - Karts mit Vollverkleidung und

250ccm Motoren mit annähernd 100PS.

Die Fahrleistungen solcher Karts sind enorm!

Die Beschleunigung von 0 auf 100 ist besser,als bei einem Formel 1 Rennwagen und die

Spitzengeschwindigkeiten bewegen sich um 300km/h.

Später dann wechselt er in den Automobil-Rennsport und fährt einen Fiat Abarth bei der"ABARTH COPPA MILLE",einer Rennserie für historische Tourenwagen, bei der er 2004

einen Klassensieg und 2007 (mit 68 Jahren!)den Gesamtsieg erringen konnte.

Dieter Ihle lebt heute in der Nähe von Bruchsal.





Das ist die Geschichte der sicherlich erfolgreichsten Kartsport-Familie Deutschlands

und die einer Herstellermarke,die letztlich wesentlich zur Entwicklung des Kartsports in

Deutschland beigetragen hat.


Gernot Stöcker

Klassik Kart Club Deutschland





(Quellen:"Kartsport in Deutschland-Die Geschichte" von Botho G.Wagner

 und Fotos aus dem Archiv des Autors)




Dieter(l.)und Werner Ihle


Vielen Dank für den tollen Bericht. An Gernot Stöcker

Klassik Kart Club Deutschland


Wolfgang Block 2016


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